• Vor dem Erwachen

    Als wir uns trafen, war es dunkel
    und die Nacht war wunderschön
    Damals sah ich dich an und wusste
    dass ich dich brauche
    genau wie du bist.

    Und in langen Sternenstunden
    wenn ich an deiner Schulter träumte
    da verstanden wir uns gut
    Da wusste ich sicher
    dass ich dich liebe
    genau wie du bist.

    Doch als dann die Sonne aufging
    und Wolken plötzlich Schatten warfen
    da erst konnte ich begreifen
    dass du nicht bist, was du sein könntest
    nicht das bist, was du sein willst.

    Von Feuervogel

    Von Nachtvogel

    Von Schaumvogel

    Von Sturmvogel

  • Verflochten

    Es ist nur eine Geschichte
    Nur eine von vielen
    Doch lass sie mich trotzdem erzählen
    Denn ich habe genug vom Anblick
    des zerbrochenen Spiegels

    Sag mir, was siehst du?
    Denn wenn ich durch die Straßen gehe
    sehen mir dunkle Augen nach
    Sie alle planen Verrat
    Sie werden meine Seele verkaufen
    und den Erlös nicht teilen

    Sie sagten mir, ich sei krank
    Verwirrt und arrogant
    Streckten Finger nach mir aus
    wie Dornensträucher ihre Äste
    Brachen über mich herein
    wie Berge, die vom Himmel fallen
    So hörte niemand meine Antwort
    und schließlich war es nur das Eis
    das zu meiner Rettung eilte

    So können sie nun mein Herz
    unter ihren Schuhen zertreten
    Schneidet euch an den Splittern!
    Denn ich bin verflochten
    mit eurem Leben
    Auch wenn ihr es nicht ahnt
    ist jede Scherbe von mir
    eine Scherbe in euch

    Nein, ich bin nicht länger allein
    Ich habe mich vereint
    verflochten mit den Anderen
    all jenen, die waren und kommen
    Meine Geschichte
    Nur eine von vielen

    Von Feuervogel

    Von Nachtvogel

    Von Schaumvogel

    Von Sturmvogel

  • Vor dem Fall

    So wird sie einst vom Himmel fallen
    und wie ein Felsen untergehen
    So wie der Wind
    den Adler zur Erde drückt
    Tief hinein in die Kälte

    Dann spritzt das Wasser hinauf
    zum Licht des ersten Morgens
    zerbricht in tausend Buntglasscherben
    und nimmt zwei Farben mit hinab
    Das Blauschwarz und das klare Farblos

    In eben diesem Wasser
    wird der Eitle sich dann spiegeln
    Bis schließlich die Wellen denken
    dass sie das Höchste sind
    und fliegen könnten
    Doch wie das Eis emporwächst
    erhebt sich ein kalter Wind

    Da sieht das stolze Tier
    am Horizont im Sonnenstrahl
    das letzte Prisma zerspringen
    in tausende Blüten, die fallen
    auf blauschwarzen Grund
    um in farblosen Tiefen
    das Herz zu erfrieren

    Und der kalte Sturm
    drückt den Adler zu Boden
    Es gibt keinen Aufwind
    ohne die Wärme von innen

    Von Feuervogel

    Von Nachtvogel

    Von Schaumvogel