• Buchblüten

    Buchblüten - Rosensaiten

    Es gibt Orte
    an denen Worte
    töten
    lieben
    heilen
    hassen.
    leben lassen.

    Orte an denen Worte
    mehr sind
    als geschriebene Schrift.
    Gesprochene Gedanken

    An solchen Orten
    wachsen Bücher
    Geschichten und Gedichte
    wie Blüten in der Wüste

    Da hört man schwere Regentropfen
    auf den Boden schlagen
    wo rote Blüten im Sand verbluten
    und die Herzen der Rosen noch schlagen
    Mit Sehnsucht im Sinn
    für immer unerfüllt.
    Wer lang genug träumt, darf leben

    Da jagen sich verblichene Blätter
    stanzen lachend wie Kinder
    ihre gelbe Mahnung in die Wolken.
    Balladen über den nahenden Anfang
    Sie verwuscheln die Seiten
    und schreiben sie neu

    Da zieht durch die Tiefe
    die Seerose mit meergrünen Augen
    Zeigt dir die Schwärze
    und das einzige wahre Lächeln
    hält dich fest umschlungen
    in ihrer Welt der Tränen

    Da wispern die hauchzarten Geister
    Tuschelnde Stimmen im Sturm.
    Nur wer auf die Windstille wartet
    der wird ihre Weisheiten hören
    und wer sie auf sandigen Feldern sucht
    wird schließlich Frieden finden.

    Buchblüten - Phönixfedern

    So viele Rosen
    So viele Blüten
    Tausendfach Schönheit
    verwoben im Wind

    Doch welche Farbe
    hat die Rose des Phönix?
    Seine Flügel – so frei –
    streifen den Regenbogen.

  • Das Schweigen am PC

    Ich sitze da
    und warte.
    Ich kann sehen
    dass du da bist.

    Aber ich schreibe nichts.
    Ich warte.

    Ich weiß
    dass er da ist
    Der Fluch unserer Zeit
    dass ich auch weiß
    dass auch er weiß
    dass ich da bin und warte

    Aber er schreibt nichts
    Er schweigt.
    Und ich frage mich
    ob er wohl ebenso wartet
    ebenso hofft
    wie ich.

    Und vielleicht, weil er ebenso wartet
    schreiben wir beide nichts
    Doch im wahren Leben
    wären wir längst fortgelaufen
    Mit der Vorstellung im Nacken
    dass der andere sich nochmal umdreht
    Mit der glücklichen Gewissheit
    dass es unerträglich ist
    für beide.

    Hier aber schreiben wir beide nichts
    Wir warten und hoffen.
    Bis einer aufgibt.

    und das bist du
    wie immer.

    Ich dagegen sitze hier
    und frage mich
    ob du wohl auch gewartet hast
    wie ich
    Und noch Stunden danach höre ich
    statt dem Ticken der Uhr
    das Geräusch, das mir sagt
    du bist nicht allein

    Aber da ist nichts.

    Weil ich nichts schrieb.

  • Bittersüß

    Mit Bitterkeit im Herzen
    steht die Nacht still.
    Wind im Fell aus gefrorenem Glas
    und Augen wie Schneekugeln.

    Bitterkeit des Herzens.
    In den Straßen knirschen sie schon
    die Blätter der Herbstbäume.
    Begraben unter frühem Frost.

    Tränen der Bitterkeit
    lauern über meinem Fenster
    kriechen über die Scheibe
    wie ein halbflüssiges Tier.

    Bitterkeit der Nacht
    kreist wie Wasser im Leben
    verzerrt die Sicht wie Eis
    und wäscht sie rein wie Regen.

  • Schattentanz

    Kalte Sterne
    Heiße Nacht
    Roter Mond im schwarzen See
    wirft dunkle Schemen hinein
    in den vollkommenen Himmel.

    Geflüsterte Warnung
    Elendes Misstrauen
    gegen die eigenen Schatten.
    Schwarze Fantasie
    gefroren zu kalten Figuren
    schwitzt roten Sternenstaub.

    Sie schlägt sich nieder
    in den Seelen aller
    die verkommen sind.
    Und so banne ich
    unter dem grellen Licht
    das Böse auf Papier, hoffend
    dass es dort bleiben möge…

  • Memento mori

    Memento mori ...

    Meine Hoffnung steht in Flammen
    Meine Träume zum Verkauf

    Aus Liebe zum Vaterland
    gelebt
    Nicht
    aus Liebe zum Leben
    geliebt

    Worte können töten
    oder Leben erhalten
    Und vernichten doch
    nur die Wesen mit Herz

    Leere Gebäude
    Zweckentfremdet, neu gebaut
    sollen den Geist alter Tage fassen
    den Schmerz aller Menschen bewahren.

    Wahre Worte müssen nicht erzählen
    Sie sprechen für sich selbst
    Ihre Lüge offenbart sich
    allein
    im Spiegelbild
    wenn man sie von innen sieht

    Waren die Grillen schon hier?
    Um Trost zu spenden
    während Stunden des Wartens
    auf das Warten
    auf das Ende?
    Sangen sie schon,
    damals?
    Und warum auch nicht?

    Wenn der Blick aus dem Fenster
    einen Spiegel zeigt
    der unendlich Spiegel spiegelt
    Dann wird das Fensterbild zur Wahrheit
    unendlicher Schmerzen.

    Wir sprachen über Identität
    die auf Nummern reduziert wird
    Und doch sind sie jetzt
    in den Jahren danach
    doch wieder nur Nummern
    doch wieder nur Zahlen
    Identitäten, erdrückt
    von der eigenen Schwere.

    Das ist der Ort
    an dem Menschen
    gedenken
    Das sind die Dinge
    denen Menschen
    gedenken
    Das ist die Art
    auf die Menschen
    gedenken
    auf die Menschen
    gedacht wird

    Wofür dann gelebt?
    in all den Nächten?
    Jemals geträumt?
    von scheinbarer Freiheit?
    Damit das alles
    niemals wiederkehrt?

    Kann denn Tod Erlösung
    und Anfang sein?
    Weil das, was er beendet
    des Nachdenkens nicht lohnt?

    ... Gedenke, dass du leben willst.

    Ist nicht
    auch heute noch und hier
    diese Frage angebracht?
    Wo Menschen durch
    Gedanken gehen und
    die Augen schließen und
    sich nicht eine Sekunde
    aus dem grauen Alltag lösen?

    Warum können sie
    keinen Augenblick opfern?
    Fürchten sie
    dass das tiefere Grau
    in all seiner Endgültigkeit
    ihnen allzu gut gefällt?

    Und alle Herzen, die noch schlagen
    scheiden bald von dieser Welt
    Sie sind die ewig goldnen Glocken
    wo Verzweiflung Hochzeit hält.

    Sangen sie schon damals?
    Und warum auch nicht?
    Es ist ihr gutes Recht
    und ihr unendlich Glück
    dass niemand um sie weint
    dass niemand ihr herrliches Leben
    mit kalten Worten beschmutzt,
    die all das niemals fassen können.
    Auch wenn noch so viel Verachtung
    von ihren Lippen fließt.

    Ach, hätten nur die Menschen
    Achtung vor sich selbst
    So würden sie zerstören
    was diese Schmerzen hält
    Würden sie gestehen
    dass Verstand nicht trauern kann.

    Sie werden niemals fassen
    das nichts
    sie retten kann
    Auch nicht ihr Gedenken
    an nichts
    das trauern kann.

    So lassen sie sich niemals
    aus ihrem Alltag reißen
    und ihre Worte verhöhnen
    das eigene Gefühl.

    Erinnerung kann niemals
    festgehalten werden
    Wir können sie nicht binden
    auch nicht an das graue
    Gedenken toter Steine.

    Helft mir!
    Ich wurde lebendig eingemauert!

  • Gift

    Wenn du glücklich sein willst
    Töte dich

    Es gibt keinen besseren Weg
    keinen besseren Kick
    keinen anderen Weg
    um dazu zu gehören

    Wenn du glücklich sein willst
    Töte dich

    oder lerne allein zu sein.
    Wenn du aber Freunde brauchst
    Freunde wie uns
    die immer an deiner Seite sind
    und denen du alles sagen kannst
    dann komm und sei unser Freund
    Töte dich

    Es ist das Gift in deinen Adern
    das zeigt dir, dass du noch am Leben bist
    Wenn dein Körper sich sträubt
    die Angst ziehen zu lassen
    dann hast du alles richtig gemacht
    Willst du frei sein?
    Töte die Gedanken

    Dann stell dich hinaus auf den Marktplatz
    und schreie deine Leere heraus!
    Dann sag mir ich wäre verrückt
    wenn ich sitze und schreibe
    Dann frage mich ob ich Angst habe
    es könnte mich jemand ernst nehmen.
    Dann frage ich ob ihr nicht seht
    dass Leben aus Leben entsteht
    dass ihr nur verlernt nüchtern zu lachen
    und noch viel mehr nüchtern zu weinen
    und dass es am Ende nicht die Zeit ist
    die euch wirklich fehlt.